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Spiralmodell

Eines der bekanntesten Vorgehensmodelle ist das 1988 von Berry Boehm [10] vorgestellte Spiralmodell. Es ist zyklisch. Im Wesentlichen umfasst es vier Schritte, die mehrfach nacheinander durchlaufen werden:

  • Risiken identifizieren und lösen, Alternativen evaluieren
  • Nächsten Produktstand entwickeln und verifizieren.
  • Nächsten Zyklus planen.
  • Ziele, Alternativen und Bedingungen für den nächsten Zyklus bestimmen.

In diesen Schritten gibt es Aktivitäten, die von Zyklus zu Zyklus variieren können. Insbesondere wird in jedem Zyklus ein Prototyp erstellt. Bemerkenswert ist sowohl die laufende Risikoanalyse als auch die anschließende Simulation.

Spiralmodell.png

Bild 14: Spiralmodell

Wie Bild 14 darstellt, werden die anfänglichen Zyklen in erster Linie durchlaufen, um bessere Planungen und Vorgaben zu erarbeiten und anhand von Prototypen zu verifizieren. Im letzten Durchlauf wird dann im Schritt "Nächsten Produktstand entwickeln und verifizieren" das Produkt nahezu klassisch sequenziell entwickelt.

Im Spiralmodell werden die Probleme moderner Softwareentwicklung durch sorgfältige Risikobewertung, Analyse, Planung und Vorbereitung vor der eigentlichen Erstellung des Produkts angegangen.

Prozess des Spiralmodells

Das Spiralmodell ist evolutionär. Aktivitäten werden wiederholt und Anforderungen usw. verändert.

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Bild 15: Der Prozess des Spiralmodells

In Bild 15 wird allerdings deutlich, dass nicht etwa der gesamte Entwicklungsprozess wiederholt wird, sondern vielmehr Aktivitäten, um belastbare Anforderungen und Designs zu erstellen. Dazu wird explizit Prototyping eingesetzt. Im ursprünglich von Barry Boehm vorgestellten Spiralmodell sind nach der Fertigstellung des Produkts keine weiteren Zyklen mehr vorgesehen. Es liegt jedoch nahe, diese durchzuführen (roter Pfeil in Bild 15).

Die moderne Variante, das "Incremental Commitment Spiral Model" von Boehm, Lane, Koolmanojwong und Turer [11] greift die Durchführung weiterer Zyklen nach Auslieferung des ersten Produkts auf.

Das Spiralmodell hat einen großen Einfluss auf die Entwicklungsstrategien in der Softwareindustrie. Unter anderem verwendet das "Microsoft Solutions Framework" [12] ein Spiralmodell.

Referenzen

[10]
B.W. Boehm: The Spiral Model of Software Development and Enhancement. IEEE Computer 21:5, 61-72, 1988
[11]
Barry Boehm, Jo Ann Lane, Supannika Koolmanojwong, Richard Turner: The Incremental Commitment Spiral Model, Boston 2014, Addison-Wesley
[12]
Das Microsoft Solutions Framework, Microsoft Inc, in Microsoft Library